Was ist Qi wirklich?
Keine mystische Energie, keine unsichtbaren Meridiane – sondern ein Übersetzungsfehler aus den 1930er Jahren. Die neue Handreichung erklärt, was wir im Taijiquan und Qigong tatsächlich trainieren: das neurofasziale System, Körperwahrnehmung, Selbstorganisation. Wissenschaftlich fundiert, praktisch relevant.
Kategorie: Handreichung – Taijiquan
Péng (掤) – Abwehren
Die fundamentale Energie des Taijiquan Terminologie und Etymologie Das Schriftzeichen 掤 wurde speziell innerhalb der Taijiquan-Gemeinschaft geprägt und existiert in regulären chinesischen Wörterbüchern nicht. Die Standardwörterbuch-Lesung wäre „bing” (Köcher für Pfeile), doch die Taijiquan-Tradition liest es als „péng”. Das Zeichen kombiniert das Hand-Radikal (扌) mit 朋 – Yang Jwing-Ming interpretiert dies als „zwei Monde bogen”, […]
Grundlagen des Taijiquan
Bevor Taijiquan Taijiquan hieß, hieß es Shi San Shi – die Dreizehn Bewegungen. Acht Handtechniken, fünf Schritte, das Alphabet einer Bewegungssprache. Péng, Lǚ, Jǐ, Àn – vier Grundkräfte, aus denen sich alle Formen zusammensetzen. Wer die Dreizehn versteht, versteht das Prinzip.
Freies Üben
Jahre hast du die Form geübt, bis etwas sich eingeschliffen hat. Dann kommt der Moment, wo die Sequenz selbst zum Hindernis wird. Freies Üben beginnt dort, wo du die Stützräder abnimmst. Keine Abfolge mehr, kein Anfang, kein Ende. Der Körper bewegt sich – und du schaust zu.
Taijiquan üben
Vergiss, was du zu wissen glaubst. Die drei Probleme aller Anfänger: Du willst schnell werden, bevor du langsam bist. Stark, bevor du weich bist. Lernen, bevor du vergessen hast. Die Form kennt kein fixes Soll – dein Körper findet seine Bewegung, sobald du aufhörst, sie zu erzwingen.
Hintergründe zur Form
Die Form ist eine späte Erfindung. Bevor Yang Chengfu in den 1920ern Taijiquan öffentlich unterrichtete, gab es keine standardisierte Choreografie. Der „große Rahmen“ entstand aus einem pragmatischen Problem: Wie unterrichtet man viele Schüler gleichzeitig? Die Form als Lösung – und ihre Grenzen.
Übungspraxis
Song, Verwurzelung, Ganzkörperbewegung, Kontinuität, Yin-Yang, Zentrallinie – sechs Prinzipien, die auf der Übungsfläche beginnen und den Alltag durchdringen. Vom Schreibtisch zur U-Bahn, vom Kochen zum Konflikt. Der Körper als Laboratorium für eine andere Art zu leben.